Daten und Fakten

14. Juni 1952: erster Blick auf die Welt, in diesem Falle: Bamberg

1958 bis 1972: Schulbänke in Bamberg drücken, in der Erlöserschule, in der alten Oberrealschule, schließlich im Dientzenhofer-Gymnasium, wo am 23. Juni 1972 das Abiturzeugnis überreicht wird. Völlig unfeierlich übrigens.

Die glorreiche 13 b des Dientzenhofer-Gymnasiums anlässlich der Übergabe der Abitur-Zeugnisse…

3. Juli 1972 bis 31. Oktober 1973: 16 verlorene Lebensmonate, auch Ersatzdienst genannt, in einem Schwesternheim des Roten Kreuzes als Hausmeister-Gehilfe. Aber immerhin: danach konnte ich Wände streichen und Türen lackieren. Und: Ich hatte Zeit und Muße, in die Konzert- und Jazz-Szene Münchens einzutauchen.

November 1973 bis Juli 1978: endlich Student. Politikwissenschaft, Soziologie und Kommunikationswissenschaft (damals noch in Klammern mit der seltsamen Bezeichnung „Zeitungswissenschaft“ versehen), dazu ein bisschen Geschichte und Philosophie. Trotz ziemlich muffig-konservativer Professoren (löbliche Ausnahmen: der mit Berufsverbot belegte Horst Holzer, eine intellektuelle Oase in der Münchner Wissenschaftswüste, und der (trotz erheblicher wissenschaftlicher und politischer Differenzen) menschlich immer angenehme Kurt Sontheimer, außerdem ein paar fortschrittliche Assistenten, Hans-Jürgen Weiß und Alfons Söllner zum Beispiel) war das eine gute und ereignisreiche Zeit – aber vornehmlich außerhalb der Uni-Gebäude…

Erste akademische Weihen…

10. Juli 1978: Ich darf mich jetzt Magister Artium nennen.

Die Doktorarbeit in Buchform

November 1978 bis Februar 1982: Dank eines Stipendiums der Friedrich-Ebert-Stiftung kann ich von materiellen Sorgen weitgehend befreit promovieren. Nachdem ich meine Dissertation für die Buchveröffentlichung überarbeitet und erweitert hatte, wurde mir am 11. September 1981 der Grad des Doktors der Philosophie verliehen. Eine wissenschaftliche Karriere war aber an der konservativen Ludwig-Maximilians-Universität aufgrund meiner politischen Orientierung von vornherein ausgeschlossen. Den Journalismus, mein ursprüngliches Berufsziel, hatte ich mehr oder weniger aufgegeben, nachdem ich hinter die Kulissen einer Münchner Zeitung geschaut hatte.  Am Horizont tauchte immer schärfer die politische Bildungsarbeit als zukünftige Berufstätigkeit auf. Erste Schritte waren Seminare an der Georg-von-Vollmar-Akademie in Kochel und Kurse an der VHS München. Aber für den Lebensunterhalt waren auch fachfremde Jobs notwendig.

März/April 1982: zwei Monate USA. Mit mehr oder weniger langen Aufenthalten in: Red Bank (New Jersey), Washington D.C., New Orleans, Grand Canyon, Santa Fe, Taos Pueblo, San Diego, Santa Cruz (California), Yosemite Park, San Francisco, New York, Hartford (Connecticut). Sehr interessant und persönlich bereichernd.

Seit Mai 1982: wieder in der fränkischen Heimat. Seither auch kommunalpolitisch aktiv bei der GAL Bamberg (die damals, im Mai 1982) noch „Bamberger Alternative“ hieß. Für gut drei Jahre heißt es jetzt: jobben für den Lebensunterhalt. Viele VHS-Kurse in ganz Franken (aber nicht in Bamberg, wo die VHS niemanden mit einer linken und ökologischen Orientierung in ihrem Dozenten-Verzeichnis haben wollte!), Nachhilfestunden geben (Deutsch und Englisch), zwei Monate sogar mal Pizzen ausfahren. Als Forum für die politische Bildungsarbeit in Bamberg gründete ich mit ein paar Gleichgesinnten die „Alternative Volkshochschule“. Und für das leibliche Wohl die „Lebensmittel-Koop“ (meines Wissens die erste überhaupt in Bamberg).

1. November 1985 bis 30. April 1990: Fraktionsgeschäftsführer der GAL Bamberg, die im März 1984 – für wohl alle überraschend – drei Sitze im Bamberger Stadtrat errungen hatte. Seit Anfang 1984 erschien in unregelmäßigen Abständen die GAL-Zeitung, an der ich von Anfang an mitarbeitete, lange Zeit auch als verantwortlicher Redakteur.  Der Journalismus als Berufswunsch hatte also über Umwege doch noch zu mir gefunden. Ab November 1985 war ich dann bei der Stadtratsfraktion fest angestellt. Meine kommunalpolitischen Lehrjahre sozusagen. Mit dem viel zu früh verstorbenen Rudi Sopper, dem glücklicherweise immer noch aktiven Peter Gack, Gottfried Karl und später Christian Mose als Fraktionsmitgliedern ein gutes Team.

15. Mai 1987 bis 31. Mai 1997: Im Mai 1987 wurde in Nürnberg die kommunalpolitische Vereinigung „Grüne und Alternative in den Räten Bayerns“ (GRIBS) gegründet. Die Initiative dafür ging vom schon bestehenden kommunalpolitischen Büro in Oberbayern (namentlich Susanna Tausendfreund, heute 1. Bürgermeisterin in Pullach) und von der Bamberger GAL aus. Um die Arbeit der bayernweiten Vereinigung zu professionalisieren, wurde neben der alltäglichen Beratungsarbeit, die von Susanna Tausendfreund geleistet wurde, die Stelle eines Bildungsreferenten geschaffen (zunächst zehn Wochenstunden), die ich neben meiner Arbeit für die GAL-Fraktion übernahm. In den darauffolgenden zehn Jahren wurde so systematisch ein umfangreiches Bildungsangebot für die grünen und alternativen Kommunalpolitiker*innen in Bayern aufgebaut.

Erste Stadtratssitzung: Vereidigung. Bei mir und Ursula Sowa (rechts neben mir) war das allerdings nur ein Gelöbnis ohne religiöse Formel.

1. Mai 1990 bis 31. Juni 1998: Stadtrat in Bamberg. Nach Ablauf der Wahlperiode im Stadtrat wollten die aktiven GAL-Stadträte nicht noch einmal auf einem der vorderen Plätze antreten. Mit einem neuen Team, erstmals voll quotiert, trat die GAL zur Stadtratswahl 1990 an und konnte einen Sitz hinzugewinnen. Auch ich wurde gewählt, gemeinsam mit Rosemarie Piontek, Ursula Sowa und Andrea Anger. Später rückten Peter Enzenberger (für Rosemarie) und Rudi Sopper (für Andrea) nach. Nach Rosemaries berufsbedingtem Ausscheiden übernahm ich 1993 auch den Fraktionsvorsitz. Eine arbeitsreiche, manchmal sehr anstrengende und auch bewegte Zeit, die einmal sogar bayernweit für Schlagzeilen sorgte: mit der Forderung nach dem Rücktritt des ganz offenbar kranken OB Paul Röhner.

Uschi Sowa beim Wahlkampf neben unserem Wahlplakat

1994 stand die OB-Wahl an, bei der ich für die GAL kandidierte und ein zwar respektables, für mich aber doch eher unbefriedigendes Ergebnis (6,7%) brachte (nicht zuletzt wegen der „Spaß-Kandidatur“ der drei Kabarettisten von TBC).

Sehr zufrieden waren wir dann allerdings mit dem Ergebnis der Stadtratswahl von 1996 (11,7%), bei der die GAL-Liste erstmals die 10%-Marke „knackte“ und ein fünftes Mandat dazugewinnen konnte. In der Fraktion saßen neben mir und Ursula Sowa Peter Gack, Gertrud Leumer und Wolfgang Budde – ein fachlich breit und sehr kompetent aufgestelltes Team, das auch menschlich gut harmonierte und in dem die Arbeit wirklich Spaß machte. Für mich: meine absolute Lieblingsfraktion. Ende Juni 1998 erklärte ich aus privaten Gründen (meine Tochter Judith war inzwischen drei Jahre alt und meine Frau wollte ihre Berufstätigkeit wieder aufnehmen) meinen Rückzug aus dem Stadtrat.

Interview im „Fränkischen Tag“ anlässlich meines Rückzugs aus dem Stadtrat

Meine letzte größere parteipolitische Aktion war  dann im Herbst des gleichen Jahres die Kandidatur für den Bayerischen Landtag. Mit genau 10% der Erststimmen erreichte ich zwar das bei weitem beste persönliche Stimmergebnis der grünen Kandidat*innen in Oberfranken. Zum Einzug in den Landtag reichte das aber nicht, weil ich auf der oberfränkischen Liste „nur“ auf Platz 2 stand.

1. Juni 1997 bis 31. Dezember 2017: Bildungsreferent bei der Petra-Kelly-Stiftung. Die 1997 neu gegründete grün-nahe Stiftung machte es sich auch zur Aufgabe, für die Fortbildung engagierter kommunaler Mandatsträger*innen zu sorgen. So wechselte ich von GRIBS zur Stiftung, mitsamt meiner dortigen Aufgaben und den dort gesammelten Erfahrungen (zunächst mit 20 Wochenstunden neben der Stadtratsarbeit). Meine Arbeitszeit wuchs kontinuierlich und damit auch mein Tätigkeitsfeld: Ökonomie & Ökologie, Demokratie, Kommunalpolitik und Politikmanagement waren meine hauptsächlichen Themen. Dass ich diese Arbeit, über 20 Jahre lang, bis zu meinem Ruhestand machte, und zwar sehr gern, ist Indiz genug dafür, dass ich in einem sehr angenehmen Team arbeiten durfte und die Arbeit immer herausfordernd, nie langweilig war.

Seit 1. Januar 2018: Rentner.

Der Petra-Kelly-Stiftung bin ich weiterhin verbunden: als Mitglied im Stiftungsrat und als „freier Mitarbeiter“, vor allem auf dem Portal „Gutes Leben für alle!“.

Seit April 2019 moderiere ich bei Radio Z in Nürnberg mehr oder weniger regelmäßig eine Sendung mit dem Titel „Diggin‘ deep into Jazz, Blues, Soul, Rock & African Music“. Immer wenn es einen 5. Montag im Monat gibt, von 20 bis 21 Uhr. Stay tuned!